• Biotürme Lauchhammer: Zwei verglaste Aussichtskanzeln gewähren einen Blick über das Areal.

    Zwei verglaste Aussichtskanzeln gewähren einen Blick über das Areal. Bildnachweis/Lizenz: Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e.V., Nada Quenzel

  • Biotürme Lauchhammer: 1996 wurden die Biotürme unter Denkmalschutz gestellt.

    1996 wurden die Biotürme unter Denkmalschutz gestellt. Bildnachweis/Lizenz: Thomas Kläber

Biotürme Lauchhammer

In der südbrandenburgischen Stadt Lauchhammer ragen 24 Türme in den Himmel. Mit ihren 22 m Höhe und ihrer eigenwilligen Architektur sind sie ein geradezu mystisches Monument. Dennoch waren sie in ihrem technischen Zusammenhang von eher marginaler Bedeutung und Größe. Sie sind das einzige Relikt einer riesigen Kokereianlage – der ersten weltweit, mit der aus Braunkohle Hochtemperaturkoks für die Verhüttung von Eisenerz hergestellt wurde. Dabei entstanden phenolhaltigen Abwässer, die in den 1957/59 errichteten Türmen biologisch aufbereitet wurden. Das Wasser rann durch Hochofenschlacke, auf die spezielle Bakterien aufgebracht wurden, die die Schadstoffe reduzierten. Anschließend wurde das gereinigte Wasser in den Fluss Schwarze Elster geleitet.

Der Betrieb der Kokerei wurde 2002 eingestellt, aber schon 1996 waren die Biotürme unter Denkmalschutz gestellt worden. So blieben sie vom Abriss verschont und stehen seitdem als Wahrzeichen für die untergehende Energiewirtschaft der DDR und sollen gleichzeitig zu einem Ort der Auseinandersetzung mit nachhaltiger Energieumwandlung entwickelt werden. Einer der Türme kann heute bestiegen werden und ermöglicht durch zwei verglaste Aussichtskanzeln einen weiten Blick über das Areal der ehemaligen Großkokerei.

Die Biotürme Lauchhammer sind ein Geheimtipp des Touristischen Netzwerks Industriekultur in Brandenburg und der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur.

Die Website der Biotürme Lauchhammer

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